HIERONYMUS
Unterricht

Für Schulen

„Bosch, Demokratie und KI“ – als Projekttag, Drei-Tages-Modul oder Projektwoche

Kontakt

Bei Fragen oder Anregungen bin ich erreichbar unter:

studio@stefankierek.de

Leitidee

Alle Angebote stehen unter einer gemeinsamen Frage: Wer macht uns Angst – und womit?

Sie verbindet drei Zeitebenen: Boschs Dämonen und Höllen um 1500, die Propaganda des 20. Jahrhunderts mit ihren Feindbildern und Sündenböcken und die Gegenwart mit Desinformation, KI-Fakes und radikalen Kräften, die die Demokratie von innen angreifen.

Die KI ist dabei das Bindeglied: Mit ihr ist ein Album gegen Radikalisierung entstanden, mit denselben Werkzeugen entstehen Deepfakes und Desinformation. Die Schülerinnen und Schüler erleben beide Seiten – kreativ und kritisch.

Symbole als roter Faden: Boschs Bilder, die Songtexte und die Videos stecken voller Symbole, die sich unterschiedlich deuten lassen. Das genaue Hinsehen, Beschreiben und Deuten zieht sich durch alle Formate – und eine einzige richtige Antwort gibt es dabei nicht.

Rahmen

  • Zielgruppe: Jahrgangsstufen 9 und 10, auch Oberstufe
  • Fächer: Kunst, Musik, Geschichte, Politik/Gesellschaftslehre, Informatik
  • Gruppengröße: eine Klasse oder ein Kurs; größere Gruppen nach Absprache
  • Medienkompetenzrahmen NRW: 2.4 Informationskritik, 4.1 Medienproduktion, 4.4 Rechtliche Grundlagen, 5.2 Meinungsbildung, 6.4 Bedeutung von Algorithmen
Drei Formate

Die Angebote

Das Projekt lässt sich je nach verfügbarer Zeit unterschiedlich tief umsetzen. Alle Formate beginnen mit einer gemeinsamen Einführung in das Album und enden mit einer Präsentation der Ergebnisse.

1 Tag

Projekttag

Einführung plus ein Schwerpunkt nach Wahl

Der Einstieg in das Projekt: Die Schülerinnen und Schüler lernen das Album, Boschs Bildwelt und die Leitfrage kennen. Danach arbeiten sie in einem Schwerpunkt, den die Schule im Vorfeld auswählt, mit einem praktischen Teil.

Wählbare Schwerpunkte

  • Kunst: Bosch-Details entschlüsseln, eigene „Dämonen“ der Gegenwart gestalten
  • Politik: Wie eine Demokratie fällt – Propaganda-Muster erkennen
  • Informatik/KI: Eine Strophe mit KI vertonen oder bebildern, Fakes erkennen
Fragen zum Projekttag →
3 Tage

Drei-Tages-Modul

Ein Schwerpunkt pro Tag

Jeder Tag hat ein eigenes Fach im Mittelpunkt. So entsteht ein zusammenhängender Bogen von der Kunst über die Politik bis zur eigenen KI-Produktion.

  1. Tag 1 · Kunst: Einführung, Bosch als Bilderfinder, eigene Bildideen
  2. Tag 2 · Politik: Propaganda, Radikalisierung, wehrhafte Demokratie
  3. Tag 3 · Informatik/KI: KI-Werkstatt mit Song oder Bild, Fakes erkennen, Präsentation
Fragen zum Drei-Tages-Modul →
5 Tage

Projektwoche

Fünf Schwerpunkte, ein eigenes Werk

Die ausführlichste Form: Jeder Tag widmet sich einem Fach. Am Ende der Woche steht ein eigenes kleines Werk der Gruppe – ein Song mit Video, eine Bildreihe oder eine Ausstellung.

  1. Tag 1 · Kunst: Einführung, Bosch und seine Bildsprache
  2. Tag 2 · Musik mit KI: Texten, Klang beschreiben, mit KI vertonen
  3. Tag 3 · Geschichte: Boschs Zeit um 1500 und Propaganda im 20. Jahrhundert
  4. Tag 4 · Politik: Demokratie heute, Desinformation, Beteiligung vor Ort
  5. Tag 5 · Informatik/KI: KI-Videos, Deepfakes, Abschlusspräsentation
Fragen zur Projektwoche →
Übersicht

Mögliche Inhalte im Vergleich

fester Bestandteil    wählbarer Schwerpunkt    – nicht enthalten

BereichMögliche Inhalte1 Tag3 Tage5 Tage
EinführungDas Album und seine Leitfrage, Intro und ein Song mit Video, Bosch-Detail als Einstieg
KunstBoschs Leben und Zeit; Symbole, Mischwesen und Allegorien entschlüsseln; „Dämonen-Bilder“ heute (Memes, Plakate, Clickbait); eigene Bildideen skizzieren Tag 1 Tag 1
Musik mit KIWie ein Song entsteht (Werkstattbericht „Der Tempel fällt“); eigene Strophe zu einem Bosch-Detail texten; Klang beschreiben statt Noten schreiben; mit Suno oder MakeBestMusic vertonen; Fassungen vergleichen und auswählen–teilweise an Tag 3 Tag 2
GeschichteUmbrüche um 1500 (Buchdruck, Hexenverfolgung, Endzeitangst); Propaganda im 20. Jahrhundert; Ermächtigungsgesetz 1933; Mitläufer, Schweigen und Widerstand (Weiße Rose, Edelweißpiraten)–teilweise an Tag 2 Tag 3
PolitikWie Demokratien von innen fallen; Propaganda-Muster heute; wehrhafte Demokratie und Grundgesetz; Desinformation in sozialen Medien; Beteiligung vor Ort (Wählen ab 16, Jugendparlament, ggf. Gespräch mit Ratsmitgliedern) Tag 2 Tag 4
Informatik/KIWie generative KI funktioniert; Prompts für Bild, Musik und Video; verkettete Kurzfilme; Grenzen der Werkzeuge; Deepfakes erkennen; Urheberrecht und Kennzeichnung Tag 3 Tag 5
PraxisproduktWas die Gruppe am Ende vorstelltStrophe, Bild oder Analyse zum SchwerpunktBildidee, Song-Ausschnitt oder Kurzclipeigener Song mit Video oder Ausstellung
Abschluss„Und was tue ich?“ – Hoffnung und Haltung mit „Das Licht in mir“ und Outro; Präsentation mit Präsentation für Eltern oder Schulgemeinde möglich
Transfer

Das Gelernte anwenden: Ideen für eigene Projekte

Track 09 „Via pacis – Der Weg zum Frieden“: Das Album endet mit einem offenen Track. Die Schülerinnen und Schüler schreiben ihn selbst – Songtext, Vertonung mit KI und Video. Eine ideale Abschlussaufgabe für das Drei-Tages-Modul oder die Projektwoche. Zum Arbeitsauftrag →

Wer gelernt hat, Boschs Symbole zu lesen, kann diese Fähigkeit auf viele andere Bilder, Texte und Medien übertragen. Die folgenden Ideen eignen sich als Abschluss einer Projektwoche, als Folgeprojekt im Fachunterricht oder als Wahlaufgabe – nicht nur im Fach Kunst.

Kunst

Salvador Dalí deuten

Zerfließende Uhren, Elefanten auf Stelzenbeinen, Krücken: Dalís Surrealismus steht in direkter Linie zu Bosch. Die Gruppen übertragen die Methode des Symbol-Lesens auf ein Dalí-Gemälde und vergleichen beide Bildwelten.

Kunst · Geschichte

Bruegel und Picasso

Pieter Bruegel d. Ä. setzte Boschs Erbe fort („Der Turmbau zu Babel“, „Die niederländischen Sprichwörter“). Picassos „Guernica“ verdichtet Krieg in wenigen Symbolen wie Stier, Pferd und Lampe – ein Gegenstück zu „Das Rad dreht sich“.

Kunst · Medienbildung

René Magritte: Bild und Wirklichkeit

„Ceci n’est pas une pipe“ – das ist keine Pfeife. Magritte fragt, was ein Bild eigentlich zeigt. Ein idealer Einstieg in die Frage, warum ein KI-Bild echt aussehen kann, ohne wahr zu sein.

Politik · Medienbildung

Die Dämonen-Bilder von heute

Werbung, Memes, Wahlplakate und Clickbait arbeiten mit Symbolen, Farben und Feindbildern. Die Gruppen analysieren aktuelle Beispiele mit den Fragen, die sie an Bosch geübt haben: Was wird gezeigt, was soll ich fühlen, wer profitiert?

Geschichte · Politik

Karikaturen und Propagandaplakate

Politische Karikaturen und Plakate des 20. Jahrhunderts leben von Symbolen und Überzeichnung. Vergleich: Wie wurden Feindbilder damals gebaut, und wie heute?

Deutsch

Literatur voller Bilder

Expressionistische Kriegsgedichte (etwa Georg Heym, „Der Krieg“), Fabeln oder Orwells „Farm der Tiere“ erzählen in Bildern und Symbolen. Die Gruppen deuten einen Text und schreiben eine eigene Strophe in Boschs Bildsprache.

Religion · Ethik · Philosophie

Die sieben Todsünden heute

Hochmut, Gier, Neid, Zorn, Wollust, Völlerei, Trägheit: Was bedeuten Boschs Todsünden in einer Welt von Social Media, Konsum und Klimakrise? Eine Debatte oder eine Bildreihe macht die Antworten sichtbar.

Informatik

Ein digitales Wimmelbild

Ein eigenes Bild – gemalt, fotografiert oder mit KI erzeugt – wird zur interaktiven Webseite: Klickbare Stellen erklären die versteckten Symbole. So verbinden sich Bildgestaltung, HTML und Deutung.

Darstellendes Spiel · Kunst

Lebende Bilder und Fotografie

Eine Bosch-Szene wird als „Tableau vivant“ nachgestellt und fotografiert – mit Gegenständen aus der Gegenwart als neuen Symbolen. Das Ergebnis eignet sich für eine Ausstellung in der Schule.

Fächerübergreifend

Exkursion nach ’s-Hertogenbosch

Boschs Heimatstadt liegt nur gut eine Autostunde vom Niederrhein entfernt. Das Jheronimus Bosch Art Center und die Stadt selbst machen Bosch vor Ort erlebbar – ein grenzüberschreitender Abschluss des Projekts.

Beispielablauf Projekttag

ZeitInhalt
45 Min.Einführung: Bosch-Detail, Leitfrage, Intro und ein Song mit Video
60 Min.Input zum gewählten Schwerpunkt
150 Min.Praxisteil in Gruppen
60 Min.Präsentation, „Das Licht in mir“ und Outro, Reflexion

Voraussetzungen

  • Technik: Beamer mit Lautsprechern, Tablets oder Laptops für die Gruppenarbeit
  • Zugänge: Canva ist für Lehrkräfte kostenlos; Lehrkräfte können Schülerinnen und Schülern eigene Zugänge mit KI-Funktionen einrichten. Andere Werkzeuge laufen über den Account der Projektleitung. Mehr dazu unter KI & Video.
  • Datenschutz: Vorab mit Schulleitung und Datenschutzbeauftragten klären, welche Werkzeuge an der Schule freigegeben sind.
  • Neutralität: Die Songs nennen bewusst keine Parteien. Im Sinne des Beutelsbacher Konsenses sind die Interpretationen Anregungen, keine festgelegte Lesart.

Textbuch: Zu jedem Song gibt es auf dieser Website Fragen zum Weiterdenken. Das ausführliche Textbuch enthält alle Songtexte, Interpretationen, Bosch-Bezüge, historische Hintergründe und Leitfragen für den Unterricht. Es wird auf Anfrage in digitaler Form zugeschickt.

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